Welt der Technik

Ray Manley - Arne Knudsen - Elmar Ludwig - 

Ansichtskarte red shirt photography USA, Arizona - Spider RockDer amerikanische Fotograf Ray Manley wurde am 4. September 1921 in Pappel, Arizona geboren. Einem breiten Publikum wurde er durch seine Fotografien bekannt, die sich hauptsächlich mit den fotografischen Eindrücken des Staates Arizona befassten. Er zeichnete sich dadurch aus, dass er nach Art eindrucksvoller Ansichtskarten dem Staat zu hohem Interesse bei den Touristen und Einwanderern verhalf. Schon in jugendlichem Alter begeisterte sich Manley als Pfadfinder für die roten Steinformationen des Verde Valley.
Er absolvierte ein Studium an der Universität von Arizona. Im Jahre 1942 meldete er sich zum Luftwaffendienst in der Navy. Nach dem Dienst zog er nach Tucson, wo er zunächst für Western Ways Photography arbeitete. Einer der ersten kommerziellen Aufträge Manleys war eine Aktion von Dr. Lytle S. Adams, bei der Hopi-, Papago- und Navahoindianer von ihm während eines Experiments auf unzählige Fotos gebannt wurden. Damit warb er nicht nur für Adams Ideen, sondern freundete sich mit diesem an. Als Adams im Jahr 1963 ein Museum eröffnete, bat er Manley ihn in einem Portrait festzuhalten. Dieser erwies Adams den Freundschaftsdienst ohne Bezahlung, als Dank für die Hilfe beim Start seiner Karriere. Heute befindet sich diese Porträtaufnahme im neuen Adam East Museum.
Mit seinen Partnern Naurice Koonce und Mickey Prim begann er im Jahr 1953 seine selbstständige kommerzielle Fotografie. Sein liebstes Motiv war das Monument Valley und besonders seine Geduld, für das optimale Foto auf den richtigen Moment zu warten, war legendär. Sein Plan, ein Mädchen aus dem Stamm der Navajo im Schnee stehend vor dem Monument Valley abzulichten, scheiterte lange daran, dass es nicht ausreichend Schnee gab. So bat er das Modell, ihn zu informieren, wenn die Umstände seinen Anforderungen entsprachen. Dann eilte er herbei und fotografierte sie, bis zu den Knien im Schnee stehend.
Ebenso mit einer Anekdote verbunden ist seine Aufnahme des Forum Romanum. Auf der Suche nach der richtigen Perspektive schellte er in der Nähe des Monuments bei den Bewohnern eines zweistöckigen Hauses. Die Bewohnerin, die ihm öffnete, konnte ihn nicht verstehen, sah nur die Kamera und versuchte die Tür zu schließen. Manley streckte seinen Fuß in die Tür, hielt ihr ein Geldbündel entgegen und radebrechte, bis die Frau mit seinem Ansinnen einverstanden war. Über eine Stunde soll er in ihrer Wohnung am Fenster gestanden haben, bis das Licht seinen Vorstellungen entsprach.
Viele Presseorgane wie beispielsweise National Geographics, Life, Looks, die Saturday Evening Post und andere, waren regelmäßig Abnehmer für seine eindrucksvollen Fotografien, die er auch in eigenen Büchern publizierte. Bevorzugte Themen waren dabei zentrale Orte unserer Erde, vor allem aber Indien oder die Lebensbedingungen der Navahos und anderer Indianerstämme. Gerne beschrieb er mit seinen Bildern auch das indianische Handwerk.

La Orotava, Tenerifa, El Teide im Jahre 1970 jetzt auch Weltnaturerbe UNESCOIn der Nachkriegszeit wurde bei NATIONAL GEOGRAPHIC die "red shirt photography" erfunden. Wo immer ein Foto von Ray Manley gemacht wurde, mussten die Leute etwas Rotes anziehen. Ob es die Indianer auf den Klippen des Monument Valley waren oder die Autofahrerin in den verschneiten Pyrenäen, sie trugen ein rotes Kleidungsstück. Das änderte sich erst in den siebziger Jahren. Im Jahr 1980 gründete er mit seiner Frau die Ray Manley Tours und ermöglichte als Reiseveranstalter vielen Menschen den Besuch bedeutender Stätten in Europa, Amerika, China und der Antarktis, während er stets als Begleiter mitreiste.
Im Jahr 1997 erlitt er einen Schlaganfall, der ihm sein Sprachvermögen raubte und ihn rechtsseitig lähmte. Er starb im Jahr 2006 in Tucson, Arizona.

Arne Knudsen und Elmar Ludwig

AnsichtskarteDer Fotograf Arne Knudsen stammt aus Norwegen und wurde dort im Jahr 1936 geboren. Er begann seine fotografische Karriere 1958 und begründete zu diesem Zeitpunkt auch seine Sammlung fotografischer Objekte und Artefakte, die am Ende etwa 4. Millionen Bilder und 6.000 technische Aufnahmen vorwiegend aus dem 20. Jahrhundert umfasste. Das unter seinem Namen laufende Knudsen Foto-Center feierte im Jahr 2011 sein 50. Jubiläum. Bekannt ist Arne Knudsen national und international für seine Fotos aus dem Alltag, die sich vorwiegend mit dem Bereich der Kommunikation und der Industrie beschäftigen.
Die Bilder Arne Knudsens zeigen oft auch Menschen an ihren Arbeitsplätzen im Bereich der Industrie. Er begleitete viele Zeitgenossen mit seinem Objektiv und schrieb so große Teile der Fotografie-Geschichte mit. Doch auch einzigartige Fotografien vieler Nobelpreisträger und des Nobelpreiskomitees machten ihn über die Grenzen seines Landes bekannt. Auch viele, die norwegische Monarchie thematisierenden Fotos einer Ausstellung, die in der Oslo City Hall zu sehen war, gehen auf seine Tätigkeit zurück.
Knudsen war ein passionierter Sammler, der schon im jugendlichen Alter von 13 Jahren nach Deutschland kam, nur um dort seine erste Kamera, eine Zeiss Ikonta zu erwerben. Diese Sammelleidenschaft blieb Zeit seines Lebens ungebrochen und so stellen die Artefakte seiner Sammlung vor allem eine umfassende Geschichte der Fotografie dar. Einige besondere Ausstellungsstücke mit spezifischer Geschichte gibt es auch. Ein Beispiel dafür ist eine Lochkamera, mit der die Staatssicherheitsbehörde der DDR die Menschen des sozialistischen Landes bespitzelte. Ansichtskarte Vor einiger Zeit gab es einen Rechtsstreit mit der Stiftung der norwegischen Sparkasse, die eine Sammlung von Fotos des Fotografen erworben hatte. Beim Erhalt stellte man fest, dass diese teilweise durch falsche Lagerung beschädigt waren und der Umfang der Sammlung nicht den Voraussetzung entsprach. Daher verlangte die Stiftung einen Teil des eingesetzten Geldes zurück.
Zwischen den Jahren 1958 und 2005 sammelte Knudsen nicht nur seine eigenen Fotografien sondern auch Bildmaterial der Fotografen Anders Beer Wilse, Teigens, Frits Solvang, Paul Rostad und des Osloer Camera Clubs. Bilder von Arne Knudsen kann man online unter www.knudsensfotosenter.no sehen. 

Ansichtskarte redshirtDer deutsche Fotograf Elmar Ludwig, der 1935 in Halle an der Saale geboren wurde, ist vor allem durch seine Auftragsarbeiten für den bekannten irischstämmigen Fotografen John Hinde und dessen Studio in Dublin bekannt. Seine Karriere als Fotograf begann Elmar Ludwig mit der Ausbildung in der Werbefotografie bereits im Alter von 16 Jahren. Danach arbeitet er bis zur Beauftragung durch John Hinde vorwiegend in Köln und München. Unter John Hindes Federführung entstanden, gemeinsam mit den Kollegen Edmund Nägele und David Noble, in den 1970er Jahren Bilder einer gestellten, britischen Postkartenidylle, die dazu gedacht war, den Zeitgeist der damaligen englischen Arbeiterklasse zu dokumentieren. Dabei wurde in unzähligen Stunden und zahllosen Aufnahmen versucht, das perfekte Stimmungsbild einzufangen. Unter dem Titel „Our True Intent Is All For Your Delight” erschien im Jahr 2002 erstmals eine Zusammenfassung dieser Aufnahmen. Dabei erinnern diese Fotografien den heutigen Betrachter an eine Art Wimmelbild, in dem es Vieles zu entdecken gibt, dass sich dem Betrachter nicht auf den ersten Blick erschließt. Die Bilder sind gekennzeichnet durch eine surrealistisch anmutende Atmosphäre, in der weder bestimmte Personen, noch Gegenstände ins Zentrum des Betrachters gerückt werden. Die bewusst gestaltete Gemütlichkeit der Räume, mit den darin zur Schau gestellten Menschen, ist ein Abbild der Architektur der 1960er Jahre.
Doch auch weitere Ansichtskartenmotive entstanden gemeinsam mit dem Team um John Hinde, einem Perfektionisten seines Faches. Dabei dauerten die Bearbeitung und die Auswahl der geeigneten Aufnahmen ebenso lange, wie das Fotografieren. Exemplarisch sind hierfür auch die Aufnahmen eines Safariparks mit lebendigen Raubtieren zu nennen.