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Polyrattan

Chemie © Nebuto Fotolia Polyethylen (Kurzzeichen PE, veraltet Polyäthylen, gelegentlich auch Polyethen) ist ein durch Polymerisation von Ethen hergestellter thermoplastischer Kunststoff mit einer vereinfachten Ketten-Strukturformel. Polyethylen gehört zur Gruppe der Polyolefine. Bekannte Handelsnamen sind: Alathon, Dyneema, Hostalen, Lupolen, Polythen, Spectra, Trolen, Vestolen. Hergestellt wird Polyethylen auf der Basis von Ethylengas, das entweder konventionell petrochemisch, oder (in Zukunft auch großtechnisch) aus Ethanol hergestellt werden kann. Polyethylen brennt gut und rückstandsfrei: CO2 + H2O sind Verbrennungsprodukte. In den Verbrennungsanlagen dient der PE-Kunststoffabfall als Ersatz für Primärbrennstoffe (Kohle, Erdöl, Gas). Die entstehende Verbrennungswärme wird genutzt als Fernwärme, zur Dampfproduktion oder zur Stromerzeugung. Das brasilianische Unternehmen Braskem entwickelte ein Verfahren, mit dem es Polyethylen auf der Basis von fermentativ produziertem Bioethanol herstellen kann und welches nach Aussagen des Herstellers die gleiche chemische Zusammensetzung und damit die gleichen Eigenschaften wie das konventionelle Polyethylen hat. Das Werk zur Produktion von Bio-PE sollte ursprünglich Ende 2009 in Betrieb genommen werden und produziert seit 2010 Bio-basiertes Polyethylen in einer Anlage mit einer Jahreskapazität von 200.000 t. Braskem ist damit weltweiter Marktführer für bio-basierte Kunststoffe.
Bei Polyrattan handelt es sich um ein Kunststoffgeflecht aus Polyethylen (PE), das natürlichem Rattan auch vom optischen her sehr ähnlich ist, jedoch viele Vorteile gegenüber dem Naturprodukt bietet. Polyrattan ist wetterbeständiger, haltbarer und elastischer. Regen, Frost, Wind und sogar eine direkte UV-Einstrahlung oder Salzwasser schaden diesem Material nicht. Es muss nicht nachbehandelt oder gestrichen werden, es bleicht nicht aus und verwittert nicht, ist sehr viel pflegeleichter. Diese positiven Argumente sorgen dafür, dass Polyrattan sowohl im Innen- als auch Außenbereich zunehmend favorisiert wird. Polyrattan ist also der Oberbegriff für dieses künstlich hergestellte Flechtmaterial aus Polyethylen, welches eine industriell gefertigte Alternative des natürlichen Rattan darstellen soll. Der Begriff "Polyrattan" ist eine Kombination aus Polyethylen und Rattan. Im Volksmund hat sich aufgrund des optischen Zusammenhangs zu echtem Rattan der Begriff Rattan Gartenmöbel etabliert.
Das erste Flechtmaterial aus Polyrattan, welches für die Produktion von Gartenmöbeln verwendet wurde, erschien Ende der 80er Jahre. An der Herstellung war damals maßgeblich Robert Dekeyser beteiligt. Etwa zur gleichen Zeit spezialisierte sich in Indonesien eine Firma auf die Produktion von Polyrattan, die heute als größter globaler Produzent gilt. Mit steigender Beliebtheit der sog. Loungemöbel Ende der 1990er Jahre wuchs auch die Zahl der Nachnahmer rasant an. Polyrattan wird vorwiegend für die Herstellung von Gartenmöbeln verwendet. Die Untergestelle der Gartenmöbel bestehen in der Regel aus Aluminium und werden von Hand mit den einzelnen Flechtsträngen verflochten. Neben Gartenmöbeln werden Blumentöpfe, Pflanzkübel, Körbe und (Sichtschutzzäune) Gartenzäune aus dem wetterbeständigen Material gefertigt. Flechtmaterial aus Polyrattan gibt es in zahlreichen optischen und haptischen Unterscheidungen. Ein wesentlicher Unterschied liegt im Querschnitt der einzelnen Stränge. Polyrattan ist als Flachband und Rundgeflecht erhältlich. Haptische Unterscheidungen sind begründet durch unterschiedlich erzeugte Oberflächenstrukturen während der Herstellung. Es gibt Polyrattan mit glatter bzw. typischer Kunststoffoptik und Flechtmaterial, welches rein optisch nur noch sehr schwer von echtem Rattan unterschieden werden kann. Polyrattan Produkte sind vollständig recycelbar. Im Einsatz sind PE Kunststoffe höchst unkompliziert. Ihre chemischen Eigenschaften sind physiologisch neutral und die Stoffe deshalb gut verträglich. Beim Recycling von PE Kunststoffen kommt es vor allem darauf an, dass das Material hoch rein und farbecht aufbereitet wird. Die Gruppe der Polyolefine mit ihren wichtigsten Vertreter Polyethylen (PE) sind einfach gebaute Polymere, sind mit weniger Risiken verbunden, am besten für mechanisches Recycling geeignet und gelten als relativ harmlos für die Umwelt. Im Vergleich zu PVC enthalten PE-Kunststoffe weniger problematische Zusätze, haben ein reduziertes Potenzial zur Bildung von Deponiesickerwasser sowie ein deutlich geringeres Dioxinbildungspotenzial im Brandfall und sind mit weniger technischen Problemen und Kosten beim Recycling verbunden.

Die Anforderung an das Recycling von PE Kunststoffen sind:

Farb- und sortenreine Verarbeitung von Produkten

Zuverlässige Trennung von Verunreinigungen, Montageteilen und Staub

Hohe Qualität des Mahlgutes oder Regranulates bei besonderen Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit des Prozesses

Exakte Zuordnung des Recyclats zum entsprechenden Fertigungsprodukt bzw. zur Fertigungscharge